Die Jahre
1950
Frisch, fromm, froh und frei nach den Ideen Jahns
Eine zeitgenössische Skizze aus dem Jahr 1958
„Der Kalender zeigte den 2. Dezember 1951, als sich viele der alten Turner trafen, um nach den Verbotsjahren der Besatzungszeit zum dritten Mal den Altstadter Turnverein zu gründen. Sofort entwickelte sich ein rühriger Turnbetrieb, der TVA übernahm schon 1953 die Ausrichtung des Gaukindertreffens. Dazu wurde der Turnplatz „Auf der Heide“ mit einer selbstgebauten Maschine des Landwirts Ludwig Körner planiert und mit einer 100-Meter-Laufbahn und einem Gerätehäuschen versehen. Das Kindertreffen unter der Leitung von Fritz Kolzau wurde mit über 800 Teilnehmern ein so großer Erfolg, dass der Turngau zwei Jahre später dem Verein noch einmal dasselbe Fest übertrug. Ferner trat der Verein bei vielen Turn- und Sportfesten sowie durch eigene Veranstaltungen wie Schauturnen, Elternabende usw. in starkem Maße an die Öffentlichkeit.
Seine Arbeit nach den Ideen Jahns bietet jedem Altstadter Bürger Gelegenheit zur Betätigung zu seiner Gesundheit und Erholung. Die Vielfalt des Vereinslebens kommt am besten in den Abteilungen zum Ausdruck, deren Entwicklung kurz skizziert sei:
Geräteturnen: Der Kern des Vereins ist die Riege der aktiven wettkampffähigen Geräteturner, die heute mit folgenden Turnern steht: Ernst Oberkircher, Herbert Strobel, Günter Ehrmanntraut, Ottmar Jung, Heinrich Wolf, Fritz Fell.Jugend- und Schülerabteilung: Fast die gesamte männliche und weibliche Schuljugend besucht die Turnstunden, wo das Turnen in seiner Ganzheit gepflegt wird, d.h. Spiel, Turnen am Gerät, volkstümliche Übungen, Lied und Tanz. Die Leiter der Abteilungen sind seit 1951 Susi Knerr und Herbert Strobel.
Altersturnen der Männer und Hausfrauenturnen: In einem Alter, wo in anderen Sportarten der Mensch zum „alten Eisen“ zählt, kann er im Turnverein mit Spiel, Turnen und Gymnastik sich noch aktiv betätigen. Die Leiter dieser Abteilungen sind Ernst Ehrmanntraut und Susi Knerr.
Leichtathletik: Unter der Leitung von Willi Denne stieß diese Abteilung in den letzten Jahren in die Spitze der saarländischen Leichtathletik vor. Hier ein Auszug aus der Erfolgsliste:
1954: 5 Gruppenmeistertitel
1955: Landesjugendrekorde im Hürdenlauf durch Karl-Heinz Denne
und im Diskuswurf durch Fritz Russi
1956: Altstadter 1. Sieger bei den Saarl. Mannschaftsmeisterschaften
vor Borussia Neunkirchen.Handball: Eine Jugend- und eine Schülermannschaft bestreiten Rundenspiele in der Gruppe Homburg.Spielmannszug: Neben den Leichtathleten bildet der Spielmannszug bis heute das Aushängeschild des Vereins. Nach bescheidenen Anfängen entwickelte sich der Zug unter der Leitung von Heinrich Strobel und der Stabführung von Gerd Harig zum stärksten und besten des Turngaus Pfalz. Heute besitzt der Zug: 12 Marschtrommeln, 2 große Trommeln, 1 Paar Becken, 18 Pfeifen, 11 Fanfaren, 2 Lyra, 3 Tom-Tom-Trommeln; die Stärke beträgt über 40 Mann.
Auch auf kulturellem Gebiet ist der Verein tätig. Neben Volkstanz- und Volksliedpflege gestalten die Turner traditionsgemäß an Weihnachten einen Theaterabend. Das gesellschaftliche Leben wird gepflegt durch den alljährlichen Turnerball im Februar, durch Vereinsausflüge, Kameradschaftsabende und Wanderungen. Altstadter Turner werden auch in Zukunft wirken zum Wohle und zur Gesundheit des Volkes nach dem Wahlspruch: Frisch, fromm, froh, frei!“. Herbert Strobel
1960
Turnhalle und Sportplatz machten es möglich: Als Faustball hoch im Kurs stand und Volleyball geboren wurde
Saarlandmeisterschaften in Serie: Ursel Schwitzgebel im Schlagball, Fritz Russi im Kugelstoß und Karl-Heinz Denne im Hammerwurf. Die lupenreine Erfolgsbilanz des Jahres 1957 sorgte im Altstadter Turnverein aber nicht nur für eitel Sonnenschein, sondern auch für Probleme. Wo die sportlichen Leistungen immer besser wurden, wurde die Forderung nach einer modernen Sportanlage immer lauter. Diese Gedankenspiele stürzten den TVA allerdings unverrichteter Dinge in eine tiefe Krise. Zwar zeigte sich die Gemeinde Altstadt den Plänen gegenüber nicht abgeneigt. Bedingung für eine großzügige Bezuschussung war es allerdings, dass das auszubauende Areal „Auf der Heide“ in das Eigentum der Gemeinde übergeht. Will heißen: Der bislang vereinseigene Turnplatz sollte in die öffentliche Hand übergeben werden. Und genau diese Aufgabe des Vereinseigentums brachte viele und vor allem altgediente Mitglieder auf die Palme. Sie befürchteten, dass der Verein Rechte und Eigentum abtritt, ohne dafür Gegenleistungen zu bekommen. Auch die Abhängigkeit vom Wohl und Wehe der Gemeinde wurde als Gegenargument angeführt. Die Generalversammlung am 1. November 1957 brachte die Entscheidung: Die Mehrheit befürwortete das Projekt mit allen damit verbundenen Konsequenzen. Der gerade eben erst gewählte Vorstand unter dem Vorsitzenden Martin Schwender indes war anderer Meinung – und trat postwendend zurück. Zwei Tage später wurde erneut eine Generalversammlung einberufen, in der ein neuer Vorstand bestellt und der Beschluss erneuert wurde. Erstmals wurde dabei auch der Ruf nach einer Turnhalle laut.
Diese stand dann sogar noch früher zur Verfügung als der Sportplatz. Im Sommer 1960 wurde der Anbau an die Volksschule eingeweiht, während die Anlage auf der Heide erst ein Jahr später in Betrieb gehen konnte. Ein großes Rasenfeld, um das herum eine 400-Meter-Aschenbahn verlief, Weit- und Hochsprunganlage, ein Sportheim samt sämtlicher sanitärerer Anlagen nebenan – ein Vorzeigeobjekt war entstanden, das in der Umgebung nicht seinesgleichen hatte. Ein spezieller Vertrag regelte Rechten und Pflichten von Turn- und Sportverein sowie der Gemeinde.
Die neue Ausstattung mit Halle und Sportplatz hatte für die Vereinsaktivitäten weitreichende Folgen. Die Faustballabteilung beispielsweise expandierte gewaltig. Die Spielerliste unter Spartenleiter Eugen Gienger umfasste 1964 18 Namen, zwei Mannschaften spielten in der Verbandsrunde. Volleyball war en vogue: Sportstudent Karl-Heinz Denne machte das Spiel in Altstadt hoffähig, eine der ersten Mannschaften im Kreis Homburg trat im Trikot des TVA an. Tischtennis gab es zwar schon Ende der 50er-Jahre; es wurde aber allenfalls an vier zusammengestellten Biertischen in „Bauswirts Saal“ gespielt. Als in der Generalversammlung 1965 Rudi Enkler zum Spartenleiter berufen wurde, begann für die Abteilung eine Phase, die sie binnen kurzer Zeit zur mitgliederstärksten Gruppe innerhalb des Vereins machen sollte. Bereits 1967/68 waren vier Teams in den regulären Verbandsrunden am Start.
Für den traditionsreichen Spielmannszug kam zu Beginn der 1960er-Jahre indes das Aus, und erst 1968 wurde ein neuer Anfang gemacht. Dieser Zug unterschied sich erheblich von seinen Vorgängern. Erstmalig waren beispielsweise Mädchen mit von der Partie, modernere Instrumente wurden beschafft, und neben schmissiger Marschmusik fanden sich auch moderne Schlager im Repertoire. Bis zu 60 Spielleute ließen sich vom Taktstock des nimmermüden Leiters Heiner Strobel dirigieren. Der latente Wandel im Vereinsleben dokumentierte sich auch in den Festen, die im TVA-Kalender standen. 1968 folgten auf das „Fastnachtsschlorum beim Bienche“ ein Maiball, das Frühjahrsanturnen, der Läufer- und Staffeltag an Fronleichnam, große Turniere im Faust- und Volleyball sowie im Tischtennis. Beschlossen wurde das Jahr mit einem Elternabend im Saal Baus-Schackmar.
1970
Die Mehrzweckhalle veränderte Arbeit und Angebote
Tischtennis und Volleyball boomten, Wandern wurde organisiert
Der Titelgewinn und der damit verbundene Aufstieg in die Gauklasse waren nur zwei Belege von vielen dafür, welche Rolle die Abteilung Volleyball ab dem Jahr 1970 innerhalb des Altstadter Turnvereins spielen sollte. Fünf Jahre darauf trat erstmals ein Damenteam ans Netz, die Trainingsstunden wurden über 30 Akteuren besucht, und für Anfänger in Sachen Pritschen und Baggern mussten sogar gesondert Übungseinheiten angeboten werden. Und auch Tischtennis wurde mehr und mehr zum Motor des TVA. 1972 traten acht Mannschaften in der Verbandsrunde an – sie heimsten sechs Meisterschaften ein. Überregional erfolgreich waren die Damen, die in der Oberliga Südwest antraten. Ein Turnier, das im Andenken an den 1973 tödlich verunglückten Altstadter Spieler Michael Kerkhoff jedes Jahr veranstaltet wurde, genoss in saarländischen und pfälzischen Tischtenniskreisen großes Renommee. Zumal die Konkurrenz stets unmittelbar vor Saisonbeginn terminiert wurde, war das Treffen besonders geeignet, Form und Fitness vor dem Start in die Verbandsrunde zu testen. Bis zu 300 Meldungen waren keine Seltenheit, hochkarätige Spieler scheuten den Weg in die neue Altstadter Mehrzweckhalle nicht. Freundschaftliche Verbindungen zu Clubs im luxemburgischen Grevenmacher und im nordfranzösischen Roubaix wurden in dieser Zeit aufgebaut und bei gegenseitigen Besuchen gepflegt.
Eine ähnliche Attraktion wie später das Tischtennis-Turnier hatte zu Beginn der 1970er-Jahre noch der Läufer- und Staffeltag. Die Aschenbahn rund um den Rasenplatz wurde regelmäßig an Fronleichnam zum Mekka der Läufer aus nah und fern. Doch das Ende kam ziemlich abrupt: Weil die Sportanlage auf der Heide nicht mehr den offiziellen Anforderungen entsprach, wurde die Veranstaltung 1976 nach Limbach verlegt. Der Niedergang der traditionsreichen Leichtathletik-Sparte im TVA war zu diesem Zeitpunkt aber schon nicht mehr aufzuhalten. Trotz einiger bemerkenswerter Erfolge insbesondere in der 1972 gegründeten „Leichtathletik Gemeinschaft Ostsaar“ ging das Interesse immer weiter zurück. 1979 waren in deren Reihen gerade noch 15 Altstadter Nachwuchssportler aktiv. Eine Renaissance erlebte schließlich noch einmal das gute alte Turnen. Die Mädchenriege begann zum Ende des Jahrzehnts so manchen Erfolg auf Landesebene einzuheimsen, sowohl von Wettkämpfen als auch aus der Landesliga kamen Nachrichten, die Hoffnungen nährten.
Indes nahte das Ende des Spielmannszuges in dieser Zeit. Wurden 1971 noch bis 60 Aktive an Querflöte, Trommel, Becken und Lyra gezählt, ging es ab Mitte der 1970er-Jahre rapide bergab, viele Spielleute zogen sich zurück. Als Spartenchef Heiner Strobel krankheitsbedingt 1977 den Taktstock an den Nagel hing, war die Stunde die Auflösung nur noch eine Frage der Zeit. 1980 war es dann soweit.
Dafür wurde zusehends eifriger gewandert. Gewandert wurde im Turnverein zwar schon immer – so beteiligte sich etwa 1970 eine 200-füßige Gruppe an der Götzwanderung. Aber eine eigene Abteilung entwickelte sich daraus erst in den 70ern. Hinter den Kulissen eine der tragenden Stützen wurde die Hausfrauenabteilung. Zitat aus dem Tätigkeitsbericht von Inge Wolf zum Elternnachmittag 1977: „32 Kuchen gebacken, waren einige zuviel, am besten gingen Käsekuchen, Schwarzwälder Kirsch – keine trockenen Kuchen. 300 Weck mit 20 Kilo Wurst belegt – alle verkauft. Die Bühne mit Tannenzweigen geschmückt …“ Und vor ganz neue Herausforderungen stellte die 1975 eingeweihte Mehrzweckhalle, später nach dem früheren Altstadter Bürgermeister Hugo Strobel benannt, nicht nur den Turnverein. Fortan war diese Halle an „Faasenaachd“ Schauplatz närrischer Großkampftage. Im Verbund der Arbeitsgemeinschaft Altstadter Vereine (AGAV) wurden in den Anfangsjahren noch drei Veranstaltungen sowie der Kinderkostümball bewältigt.
1980
Faustball auf Rasen, Wanderer mit stabilen Hollandrädern und eine Volleyball-Spielstunde - TVA-Schnipsel aus den 1980-ern
Erfreuliches konnte Vorsitzender Ottomar Jung vom Schülerturnen berichten. Als Prunkstück des TV Altstadt habe sich in letzter Zeit die Leistungsgruppe der Mädchen etablieren können. Unter der Leitung von Beate Georg habe die Leistungskurve steil nach oben gezeigt. Herausragender Erfolg war der dritte Platz der 1. Mannschaft bei den Landesmeisterschaften. Gute Resonanz finde auch das „allgemeine Mädchenturnen“, das Sybille und Iris Jung leiten. Von den Schülern, die von Peter Embs und ihm selbst betreut werden, sei nicht viel Neues zu vermelden. Pfälzischer Merkur, 22. November 1980
Leider absteigen müssen die Tischtennisdamen des Altstadter Turnvereins. Nachdem Petra Wolf durch ihr auswärtiges Studium nicht mehr für den TVA spielen kann, konnte die Mannschaft nach vier Jahren in der Bezirksklasse mit der starken Konkurrenz nicht mehr mithalten und muss in die höchste Kreisklasse zurückkehren. Mit Gaby Roth vom TSV Erbach wird in der nächsten Saison eine talentierte Nachwuchsspielerin im Altstadter Trikot antreten.Saarbrücker Zeitung, 15. Juni 1981
Ohne Unfälle verlief die erste Radtour der Abteilung Wandern des Turnvereins. Rund 20 Radfahrer nahmen daran teil. Sehenswert schon beim Start die Palette der Fahrradmodelle: Vom älteren Drahtesel über stabile Hollandräder bis hin zu leichten Aluminiumrad und zur hochmodernen Rennmaschine konnten so ziemlich alle gängigen Typen registriert werden. Zuerst ging es unter ortskundiger Führung von Spartenleiter Kurt Wolf über Limbach in Richtung Silbersandquelle. Durch den Wald bei herrlichem Sonnenwetter führte die Tour auch zum Würzbacher Weiher.Pfälzischer Merkur, 23. April 1982
Nicht zufrieden zeigte sich Herbert Strobel über den Verlauf des Faustballspieles, das beim Sommerfest des TVA auf dem Programm stand. Auf dem Rasenplatz sei eine gute Begegnung nicht möglich und auch sei die Hitze für die doch schon „älteren Herren“ fast unerträglich gewesen. Im Spiel der „Alten“ (Fritz Neu, Heinz Kiefer, Horst Strobel, Herbert Strobel, Karl-Heinz Denne) gegen die „Jüngeren“ (Heinz Stannek, Hans-Jürgen Sattler, Klaus Wenskowsky, Willi Harig) teilte man sich am Ende die Punkte redlich.Saarbrücker Zeitung, 12. Juli 1984
Einige frühere Volleyballer des Altstadter Turnvereins möchten eine „Volleyball-Spielstunde“ ins Leben rufen. Teilnehmen können daran alle Frauen und Männer, sofern sie Lust und Laune auf diese Sportart haben. Sollten sich genügend Interessierte zusammenfinden, ist an einen regelmäßigen Spielabend alle 14 Tage montags um 20 Uhr in der Turnhalle der Schule gedacht.Pfälzischer Merkur, 24. Juni 1988
Seit 15 Jahren war der monatliche Obolus konstant, der Turnverein Altstadt stand finanziell auf gesunden Beinen. Jetzt läutete Schatzmeister Herbert Strobel die Alarmglocken, hatte er doch für die letzten zwölf Monate ein Manko von über 5000 DM bilanziert. Seine Befürchtung: Wenn sich diese Tendenz noch über drei weitere Jahre fortsetzen sollte, steht der TVA vor leeren Kassen. Angesichts dieser Entwicklung beschloss die Generalversammlung, den Vereinsmitgliedern Beginn des nächsten Jahres tiefer in die Taschen zu langen. Die Einzelmitglieder werden 1,50 DM pro Monat zulegen müssen, der Familienbeitrag wurde um zwei DM erhöht.Saarbrücker Zeitung, 25. November 1989
1990
Der Vorstand kopflos, Übungen für den Rücken und neue Gewichte
Der Wandel des Turnvereins in den 1990ern
Beim Altstadter Turnverein hängt der Haussegen etwas schief. Allerdings hat sich die Malaise nicht auf sportlichem Sektor eingeschlichen. Allein die Tatsache, dass der mitgliederstärkste Verein des Kirkeler Ortsteils keinen Vorsitzenden mehr hat, sorgt für tiefe Sorgenfalten. In der Generalversammlung fand sich niemand, der in die Fußstapfen von Ottomar Jung treten wollte. Der hatte schon lange Zeit vorher kund getan, daß es für ihn nach einem Vierteljahrhundert an der Vereinsspitze an der Zeit ist, einen Schlussstrich zu ziehen und die Führung in jüngere Hände abzugeben. Der Wechsel des Staffelstabs konnte also nicht stattfinden, im Verlauf der Versammlung zeigte sich trotz intensiver Gespräche kein einziger bereit, in die Verantwortung zu gehen. Vorläufig bleibt das Ruder vakant, der vierköpfige geschäftsführende Vorstand steuert bis auf Weiteres provisorisch die Geschicke des traditionsreichen TVA. Kreis-Anzeiger, 24. Dezember 1992
Zunehmend Sorgen macht sich die Damen-Volleyballmannschaft des Altstadter Turnvereins. Die Equipe tut sich nämlich schwer, ein komplettes Team ans Netz zu bekommen. Kein Wunder ist es also, dass fieberhaft nach neuen Spielerinnen Ausschau gehalten wird. Die Mitglieder der Rumpfgarnitur wie auch Abteilungsleiterin Rosie Binkle wären froh, wenn die eine oder andere Interessentin dienstags den Weg in die Hugo-Strobel-Halle auf sich nehmen würde, auch wenn es erstmal nur mal für ein Schnuppertraining ist. Auch Anfängerinnen sind gerne gesehen. Saarbrücker Zeitung, 5. Februar 1993
„Auf zum Turnfest“ lautete die Devise, die die kleine, zehnköpfige Riege des Altstadter Turnvereins auf den Lippen hatte, als sie den Sonderzug nach Hamburg bestieg. Allein, es war ein Start mit Hindernissen, mußten die Altstadter Jahnjünger doch erst einmal nicht um Plätze im sportlichen Wettkampf, sondern um die eigentlich reservierten Plätze im Eisenbahnabteil kämpfen. In der Hansestadt gab es dann aber doch ganz ansehnliche Erfolge. So erreichte Ursula Korst im leichtathletischen Vierkampf einen guten 51. Rang unter 106 Teilnehmerinnen. Als Bestplazierte im TVA-Trikot errang Anneli Weber einen sehr guten zehnten Platz in ihrer Altersgruppe. Saarbrücker Zeitung, 6. Juni 1994
Thomas Krenn heißt der neue Vereinsmeister der Tischtennisabteilung. Krenn, der derweil auch den Titel des Gemeindemeisters innehat, hielt die Konkurrenz am grünen Ping-Pong-Tisch klar auf Distanz. Bei den TVA-Titelkämpfen wurde Rolf Schneider Vizemeister. Erhard Denne, der Rekord-Titelträger der TV-Sparte, musste sich mit Rang 3 zufrieden gaben. Vierter wurde schließlich Abteilungsleiter Armin Jung-Ertz vor Routinier Christian Pagel. Kreis-Anzeiger, 11. Juli 1996
Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Rückenschmerzen, Übergewicht: Derlei Symptomen der modernen Zivilisation will der Altstadter Turnverein mit einer neuen Übungsstunde den Kampf ansagen. Vereinfachte Spiele, Dehn- und Kräftigungsübungen, Ausdauertraining auch im Freien sowie nicht zuletzt erholsame Entspannung – mit derlei Aktivitäten soll versucht werden, den Leiden der Gegenwart vorzubeugen und sie auch zu verbessern. All das soll sich in lockerer, geselliger Runde und keinesfalls wettkampforientiert abspielen. Adressaten sind Frauen und Männer jedweden Alters. Pfälzischer Merkur, 2. Oktober 1998
„Der Verein lebt weiter, aber die Gewichte verschieben sich“: Tiefgreifende Wandlungen, die derzeit innerhalb des Altstadter Turnvereins zugange sind, brachte Peter Schleppi mit diesem Statement auf den Punkt. Und was der Vorsitzende in seinem Rückblick der Generalversammlung zu sagen hatte, das bestätigten hernach auch die Abteilungsleiter. Jahrelang akuter Nachwuchsmangel machte dem Faustball den Garaus, im Volleyball warfen die Herren definitiv das Handtuch, bei den Hausfrauen und den Jedermännern gab es seit Jahren keine Neuzugänge mehr. Selbst Tischtennis stagniert. Auf der anderen Seite finde das Angebot im nicht leistungsorientierten Freizeit-, Fitness- und Gesundheitsbereich immer größere Resonanz. „Das sind wohl die Zeichen der Zeit“, kommentierte Peter Schleppi.Saarbrücker Zeitung, 18. November 1999






